Montag, 29. Oktober 2012

Interview mit Raiffeisen Bank-Chef Stepic über Steuer und Strukturreformen in Ungarn

"Wir haben jahrelang in Ungarn sehr gut verdient"

FORMAT-Interview. Der Chef der Raiffeisen Bank International, Herbert Stepic, erklärt, warum sein Unternehmen trotz der derzeitigen Politik in Ungarn bleibt.

Quelle:  http://www.format.at/articles/1243/525/345004/wir-ungarn

FORMAT: Sie sagten, Ungarn sei für Raiffeisen und die Banken ein Problemfall. Warum ist das so?

Herbert Stepic: Das hat zwei Gründe. Die Regierung Orbán stellt sich mit ihren überzogenen Vorstellungen und Maßnahmen politisch derart weit ins wirtschaftspolitische und europäische Abseits, dass es schwer sein wird, von dort wieder zurückzufinden. Ich nenne beispielsweise nur die Kreativität der Regierung beim Erfinden neuer Steuern. Aber wir haben natürlich - wie praktisch alle dort tätigen Banken auch - eigene Fehler gemacht, etwa die Vergabe von Fremdwährungskrediten an Privatpersonen. Das ist zur Genüge diskutiert worden, und wir haben unsere Schlüsse daraus gezogen.

Welche Steuer ist denn aus Ihrer Sicht besonders unvernünftig und warum?

Stepic: Aus unserer Sicht die Bankenabgabe und die Transaktionssteuer. Wir zahlen in Ungarn momentan - und wohl auf absehbare Zeit - rund 40 Millionen Euro an Bankenabgabe pro Jahr. Unabhängig davon, ob oder wie viel Gewinn wir machen. Dass so eine Maßnahme die Verbesserung der Eigenkapitalquote nicht gerade fördert, liegt auf der Hand, das gilt aber nicht nur für Ungarn. Und während die Regierung die Zusage, die Abgabe 2013 zu halbieren, vor kurzem einfach zurückzog, wird sie die Transaktionssteuer von 0,1 auf 0,2 Prozent verdoppeln. Zur Veranschaulichung: Die Steuer inkludiert auch Bankomatbehebungen und alle Arten von Kundenüberweisungen.

Glauben Sie daran, dass die Halbierung der Bankenabgabe nun 2014 kommt?

Stepic: Das fällt mir einigermaßen schwer. Anzeichen dafür sehen wir jedenfalls bisher keine.

Was hält Raiffeisen noch in Ungarn?

Stepic: Wir haben generell unsere lokalen Netzwerke nicht aufgebaut, um sie in Krisensituationen wieder zu verlassen. Das haben wir auch in Russland 1998 und in der Ukraine nicht gemacht. Wir haben jahrelang in Ungarn sehr gut verdient, und nicht nur mit Fremdwährungskrediten, wohlgemerkt. Als Nummer 5 nach Kundenkrediten haben wir uns eine sehr gute Marktposition in allen Kundensegmenten erarbeitet. Das ist eine stabile Ausgangsbasis für bessere Zeiten, und die werden kommen.

Kann man überhaupt noch seriös planen, wenn die Politik so sprunghaft ist?

Stepic: Es macht die Sache natürlich nicht leichter. Aber das meine ich ganz allgemein, jeder Wirtschaftstreibende, jede Branche braucht verlässliche politische Rahmenbedingungen. In Krisenzeiten natürlich mehr denn je, denn da ist die Gefahr groß, dass populistische Maßnahmen der Politik negativ verstärkend wirken.

Wird Ungarns Weg erfolgreich sein?

Stepic: Wenn Sie den Weg der aktuellen Regierung meinen, dann bin ich mir sicher, dass er nicht erfolgreich sein kann, solange die Regierung keine Strukturreformen in Angriff nimmt und das Budget zu sanieren versucht, indem sie den Banken mit diversen Sondersteuern Eigenkapital entzieht. Die Frage ist nur, wann das die Menschen in Ungarn erkennen werden.

Sonntag, 26. August 2012

Mercedes Benz baut Werk in Ungarn aus

Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz will offenbar das neue Kompaktwagen-Werk in Ungarn ausbauen. Wie die Wirtschaftszeitung Napi Gazdasag unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise berichtet, soll die Kapazität der Fabrik in Kecskemet auf bis zu 300.000 Fahrzeuge verdoppelt werden.

Der Ausbau soll laut dem Blatt im kommenden Jahr beginnen, die vergrößerte Fabrik ihre volle Kapazität dann bis 2015 erreichen. Die Kosten für die Erweiterung beziffert die Zeitung auf einen zweistelligen Milliardenbetrag in Forint. Um die Ausgaben zu stemmen, bewerbe sich Daimler um Hilfen der Regierung in Budapest.


Ein Daimler-Sprecher bezeichnete den Bericht als Spekulation. Laut dem Daimler-Sprecher ist hinsichtlich zusätzlicher Kapazitäten aber keine Entscheidung gefallen. Im März hatte Produktionschef Wolfgang Bernhard bei der Eröffnung des Werks in der rund 80 Kilometer südöstlich der Landeshauptstadt Budapest gelegenen Stadt gesagt, er sehe grundsätzliches Potenzial für eine Erweiterung.


Mit dem neuen Werk in Ungarn läutete Mercedes-Benz die Aufholjagd auf BMW und Audi ein, die 2020 mit der Rückkehr auf den Spitzenplatz unter den Premiumautoherstellern gekrönt werden soll. Zu diesem Zweck wollen die Stuttgarter ihr Engagement im wichtigen Kompaktwagensegment deutlich ausbauen und künftig mindestens fünf kleinere Modelle anbieten. Bisher sind es nur die A- und die B-Klasse, weshalb der Marktanteil der Schwaben in diesem vergleichsweise schnell wachsenden Segment nur relativ gering ist.


Nichtsdestotrotz laufen die neuen Kompakten von Mercedes-Benz gut: Ende Juli ließ die Marke mit dem Stern wissen, dass die Nachfrage nach der neuen A-Klasse so groß ist, dass sie nicht aus den eigenen Werken bedient werden kann. Daher betrauten die Stuttgarter den finnischen Zulieferer Valmet Automotive mit der Aufgabe, das Modell in ihrem Auftrag zu produzieren. Zwischen 2013 und 2016 werden die Finnen mehr als 100.000 A-Klasse-Wagen vom Band rollen lassen. 

Quelle: Dow Jones

Dienstag, 14. August 2012

Ungarn: Europäische Schwellenländer sind besser als ihr Ruf

Europäische Schwellenländer sind besser als ihr Ruf

Viele ausländische Investoren sind sich des Entwicklungsstandes der Kapitalmärkte in europäischen Schwellenländern nicht bewusst – sagt Star-Fondsmanager Mark Mobius. In einem aktuellen Beitrag verrät der Experte seine Länderfavoriten und erzählt vom Konzept des "natural hedging".

Dr. Mark Mobius
Dr. Mark Mobius
Manche Investoren halten die europäischen Schwellenmärkte für unfreundlich und intransparent. Tatsächlich aber seien sie gut etabliert und verfügen über einen angemessenen rechtlichen Rahmen, weiß Mark Mobius, Vorstandsvorsitzender der Templeton Emerging Markets Group. Insgesamt hält er die Schwellenländer in Europa für besonders aussichtsreich. Neben den im Vergleich zu Westeuropa geringeren Verschuldungsdaten sieht Mobius in den fünf wichtigsten Ländern der Region – Russland, Türkei, Polen, Ungarn und die Tschechische Republik – noch weitere Vorteile.

Türkeis Verbraucherrevolution
Polen, Ungarn und die Tschechische Republik verfügen etwa über eine relativ gut ausgebaute Infrastruktur sowie über hervorragend ausgebildete Arbeitskräfte mit Fremdsprachenkenntnissen, betont Mobius. "Diese Merkmale machen die genannten Länder für ausländische Investoren auf der Suche nach neuen Produktionsstätten und Service Centers, die gemeinsam mit teureren Ländern betrieben werden, sehr attraktiv." Die Türkei punkte dagegen mit ihren außerordentlich günstigen demografischen Daten. "Die Bevölkerung wächst und ist jung." Mittlerweile beginne die türkische Volkswirtschaft von Produkten mit geringem Mehrwert wie etwa der Textilindustrie auf höherwertige Produkte wie Autos umzustellen.

Bezogen auf die Bewertung erscheint den Experten von Templeton Russland als der attraktivste Markt. Die Unternehmen weisen ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter fünf auf. Das Land verfüge darüber hinaus über die drittgrößten Devisenreserven der Welt. Damit dürfte Russland jedwedem externen Schock standhalten können, meint Mobius. Hinzu komme, dass Russland einen großen Anteil der weltweiten natürlichen Ressourcen besitzt und dass viele der Rohstoffunternehmen des Landes auch global betrachtet besonders kostengünstig produzieren können.

Potenzielle Investmentchancen
Mobius ist überzeugt, dass die meisten Aktienmärkte in der Region zumindest einige attraktive Anlagemöglichkeiten bieten. "Daher achten wir zusätzlich zu den bereits genannten Faktoren immer auch auf Anlagechancen in den GUS-Staaten und kleineren Ländern wie Bulgarien, Kroatien, Serbien, Lettland, Litauen, Estland etc." Hinzu komme, dass viele Unternehmen, obwohl sie an westeuropäischen Börsen notieren, über Verkaufs- oder Produktionsbetriebe in osteuropäischen Ländern verfügen.

"Wir engagieren uns im Allgemeinen besonders bei Verbrauchsgütern und Rohstoffaktien. Die europäischen Schwellenmärkte eröffnen Anlegern gute Investitionsmöglichkeiten in den beiden unserer Ansicht nach besonders vielversprechenden EM-Sektoren. So können wir etwa bei Russland-Investitionen von steigenden Rohstoffpreisen profitieren, während wir mit türkischen Aktien an der Verbraucherrevolution, die durch die junge und wachsende Bevölkerung unterstützt wird, teilnehmen. In der Türkei investieren wir außerdem in Banken, deren rasch wachsende Retail-Franchise nach unserer Meinung ein hoch interessantes Engagement bei türkischen Konsumenten ermöglicht", so der Emerging-Markets-Experte.

FX-Kredite können zum Problem werden
In der aktuellen Schuldenkrise erkennt Mobius einen potenziellen Gefahrenherd für Unternehmen in Emerging Europe. Die Banken in jenen Ländern der Eurozone, die im Zentrum der aktuellen Schuldenkrise stehen, haben zum einen Tochtergesellschaften in Osteuropa. Zum anderen existieren bei manchen Kreditinstituten erhebliche Retail-Fremdwährungskredite – etwa in Schweizer Franken oder Euro. "Wenn lokale Währungen auf Grund von Problemen in Westeuropa abwerten, könnte es zu einem erhöhten Kreditausfallsrisiko kommen", warnt Mobius. Vor allem in Ungarn und Polen waren diese Kredite gängige Praxis.

Insgesamt erwartet Mobius eine Fortsetzung der quantitativen Lockerung durch die Zentralbanken. "Liquidität könnte in Rohstoffmärkte fließen, wenn die Länder weiter Geld drucken. Diese Liquiditätswelle dürfte den russischen Markt stark unterstützen, weil er massiv von der Rohstoffpreisentwicklung abhängt", erklärt Mobius. Für die Exporte der meisten Unternehmen in den Schwellenländern spielen die Probleme in Griechenland und Spanien unserer Ansicht nach keine wesentliche Rolle.

Währungsprognosen entscheidend
Um Währungsrisiken gering zu halten, bedient sich die Templeton Emerging Markets Group einer Art natürlichen Absicherungstechnik ("natural hedge"). "Dazu evaluieren wir Währungen anhand der Kaufkraftparität aus langfristiger Perspektive und führen anschließend auf Basis dieser Analyse eine Überprüfung einzelner Unternehmen durch. Wir verwenden daher keine derivativen Finanzinstrumente oder Absicherungen", so Mobius abschließend.


Quelle: http://www.fondsprofessionell.de 

Artikel empfohlen von: Dr. Agnes Derjanecz - www.ungarisch.com

Dienstag, 7. August 2012

Konferencia a magyar-lengyel barátságról / Conference on the Hungarian-Polish friendship

A Magyar Fiatalok Határok Nélkül Alapítvány konferenciát szervez Budapesten ,,Magyar-lengyel barátság – történelem, gazdaságpolitika, kultúra” címmel, melyre szeretettel várja a kedves érdeklődőket.

A konferencia időpontja:
2012. szeptember 28-30.
A konferencia helyszíne: Budapest


Együttműködő partner:


Jan Kochanowski Egyetem, Kielce


A konferencia magyar nyelvű plakátja innen letölthető.

  You can download the poster of the conference in english here.

A konferencián neves magyar és lengyel előadók részvételével a következő témák megvitatására kerül sor:

  • előadások a közös történelmi múltról - honfoglalás idejéről, ill. Szt. Lászlóról

  • a közös politikai és gazdaságpolitikai dilemmák: a rendszerváltás korszaka, az EU-csatlakozás és a jelenlegi gazdaságpolitikai kérdések

  • magyar kisebbség Lengyelországban, lengyel kisebbség Magyarországon
A rendezvény keretében Budapest néhány nevezetességének megtekintésére, lengyel, szlovák és magyar néptánccsoportok előadására is sor kerül.

Alapítványunk ezzel egyidejűleg pályázatot is hirdet főiskolás és egyetemista fiatalok körében, melynek díjkiosztására a konferencia keretén belül teremtünk alkalmat.

A pályázat címe: „Közös múlt, közös jelen - Lengyelország és Magyarország kalandjai az Európai Unióban”

A pályázati kiírásra olyan 10-15 oldalas írásműveket várunk, melyekben a pályázó kisebbségpolitika, oktatás, kutatás, külföldi beruházások, magyar-lengyel kapcsolatok, európai integráció stb. témában értékelik Magyarország és Lengyelország 90-es évek óta végbement diplomáciai és gazdasági folyamatait.
A legjobb munkák szerzői 10-25.000 Ft értékű könyvjutalomban részesülnek.

Beküldési határidő: 2012. szeptember 15.

A konferenciára az online regisztrációs űrlap kitöltésével itt lehet jelentkezni .

Interview: Ungarn und die EU

Ein lesenswertes Interview mit Zoltán Kiszely. Quelle: tagesschau.de


Zur Person

Zoltan Kiszely (Foto: Orsi Ajpek)
Zoltan Kiszely, Jahrgang 1971, studierte Politikwissenschaften in Budapest, Berlin und Bonn. Kiszely lebt in Budapest. Er forscht über die ungarische Innenpolitik und vergleicht politische Systeme. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die europäische Integration.
 

"Wir mögen keine Einmischung von außen"

Das EU-Verfahren gegen die Regierung Orban kommt in Ungarn nicht gut an. Viele Ungarn reagierten allergisch auf die Einmischung, sagt der Politikwissenschaftler Kiszely im Gespräch mit tagesschau.de. Ihnen gehe es eher um ihr wirtschaftliches Überleben als um Demokratie-Fragen. Dennoch werde Orban am Ende EU-Forderungen erfüllen.

tagesschau.de: Die EU erhöht den Druck auf die Regierung Orban und leitet drei Verfahren wegen des Verstoßes gegen EU-Recht ein. Wie nehmen das die Menschen in Ungarn auf?
Zoltan Kiszely: Die Menschen sehen dies als ein Machtspiel. Sie haben es ja schon bei der Verschärfung des Medienrechts erlebt: Brüssel droht, die Regierung macht Zugeständnisse - und am Ende kommt es doch nicht so schlimm. Sie spüren allerdings auch, dass sich Ungarn von Europa entfernt - und zwar unabhängig von den Rechtsstreitigkeiten, die viele gar nicht im Einzelnen verstehen.
tagesschau.de: Der EU geht um die Unabhängigkeit der Zentralbank, der Gerichte und der Medien. Gibt es dafür eine Wertschätzung im Land oder sieht man das eher als Einmischung in innere Angelegenheiten?

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, Herman Van Rompuy, Donald Tusk and Wiktor Orban (von li. nach re.) (Foto: AFP) Großansicht des Bildes Differenzen: EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, Herman Van Rompuy, Donald Tusk and Viktor Orban.  

Kiszely: Laut einer Umfrage mögen es 85 Prozent der Menschen nicht besonders, wenn das Ausland - und so wird die EU verstanden - sich in die inneren Angelegenheiten einmischt und den Ungarn etwas aufzwingen will. Das muss man aus unserer Geschichte heraus verstehen. Wir wurden 450 Jahre von Wien aus regiert und 40 Jahre lang von Moskau. Wir mögen es deshalb nicht besonders, wenn man uns sagt, was wir zu tun oder zu lassen haben.
Dazu kommt, dass die Menschen nicht glauben, dass die Europäische Union von Dauer ist. Wir hatten die Habsburgermonarchie - sie endete. Wir standen an der Seite der Nationalsozialisten. Das ging gründlich schief. Dann kam die Sowjetunion, auch sie sollte von Bestand sein und endete überraschend schnell.

"Ungarn ist ein sehr europakritisches Land"

tagesschau.de: Wie laut sind die europaskeptischen Töne derzeit in Ungarn?
Kiszely: Es gab große Erwartungen und Illusionen vor dem EU-Beitritt. Die wurden damals von der Politik bewusst geschürt. Aber die ungarischen Lebensverhältnisse haben sich eben nicht verbessert - im Gegenteil, für viele sind sie schlechter geworden. Das liegt zwar nicht an der EU, sondern an Korruption und Misswirtschaft im eigenen Land. Aber für viele Menschen bleibt am Ende die Erkenntnis: Die Mitgliedschaft in der EU ist eine Enttäuschung.

Sehnsucht nach sozialistischem Wohlstand

tagesschau.de: Eine große Mehrheit hat 2010 die Regierung Orban gewählt. Stehen die Menschen immer noch so geschlossen hinter der Regierung?
Kiszely: Viele Stimmen waren Proteststimmen, wie oft in Ungarn. Die Menschen haben sich von einem Regierungswechsel eine Verbesserung ihrer Lebenssituation erhofft. Viele sind nun enttäuscht und stehen nicht mehr hinter der Regierung.
tagesschau.de: Sind die sozialen Probleme - die Kluft zwischen Arm und Reich - mit dem EU-Beitritt größer geworden?
Kiszely: Der Prozess der wachsenden Ungleichheit begann mit der Privatisierung in den 90er-Jahren. Mehr als eine Million Menschen verloren ihre Arbeit und damit ihre Existenzgrundlage. Die Sparmaßnahmen, die EU und IWF uns im Gegenzug für die Milliardenkredite auferlegen, verschärfen die Situation zusätzlich. Die Menschen sehnen sich nach  dem bescheidenen Wohlstand zurück, den es für eine breite Basis zu Zeiten des Sozialismus Mitte der 80er-Jahre gab. Die Fragen von Demokratie und Menschenrechten sind für viele Menschen angesichts ihrer Lebenssituation nicht interessant, es geht ihnen ums wirtschaftliche Überleben.

"Orban wird am Ende einlenken"

tagesschau.de: Wie wird der Konflikt mit Brüssel weitergehen, wie wird die Regierung Orban sich verhalten?  

Demonstration gegen die Regierung Orban (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes Demonstration gegen die Regierung Orban. Doch die Opposition ist tief gespalten.  

Kiszely: Ungarn kann es sich nicht leisten, ohne die Gelder der EU weiterzumachen. Die Regierung wird jetzt zwei Bedingungen aus Brüssel erfüllen: Sie wird die Unabhängigkeit der Nationalbank wiederherstellen und vielleicht Kompromisse beim Datenschutz machen. Es wird Zugeständnisse geben, und Orban wird am Ende gegenüber Brüssel einlenken.

Das Interview führte Simone von Stosch, tagesschau.de.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Ungarn beugt sich dem Druck und nimmt Zentralbankgesetz zurück

Ungarn hat sich im Streit mit der EU über die Unabhängigkeit der Zentralbank den internationalen Anforderungen gebeugt. Die Regierung akzeptierte die Änderungsvorschläge für das umstrittene Zentralbankgesetz, wie die Notenbank am Mittwoch bekanntgab. Damit machte das Land nach monatelangem Gezerre den Weg für Verhandlungen über Finanzhilfen frei.

Die Bank und die Regierung hätten einen gemeinsamen Brief an Internationalen Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und die Europäische Kommission gesandt, um die Institutionen darüber zu informieren, sagte der für die Hilfsverhandlungen zuständige Minister des Landes, Mihály Varga, der ungarischen Nachrichtenagentur MTI. Entsprechende Änderungen an dem Gesetz sollten am Donnerstag dem Parlament vorgelegt werden. Das Gesetz könnte dann innerhalb von zwei Wochen angenommen werden.

Varga zufolge sagte die Regierung zu, den für die Geldpolitik zuständigen Zentralbankrat bis zum Ende der Amtszeit von Notenbankchef Andras Simor nicht zu erweitern. Zudem würden die Befugnisse des Gremiums klargestellt. Weitere Details wollte Varga nicht nennen. Ein Vertreter des IWF in Ungarn war zunächst nicht zu erreichen. 

Quelle: Reuters

 
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Ungarn erhält „Road Safety PIN“ Auszeichnung in Brüssel


Die Zahl der Verkehrstoten in Ungarn ist seit 2001 um 49 Prozent gesunken. Für diese Bemühungen auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit verleiht der Europäische Verkehrssicherheitsrat ETSC den „Road Safety PIN Award 2012“. ETSC-Hauptgeschäftsführer Antonio Avenoso sprach von einer starken Motivation, die von Ungarns Leistungen ausgehe. 

Dr. Lászlo Felkai, ungarischer Innenstaatssekretär, nannte als Erfolgsfaktoren unter anderem das strikte Alkoholverbot für Kraftfahrer, die Halterhaftung und die konsequente Ahndung von Verstößen, die mit den Polizeikontrollen einhergehe. Dr. Felkai unterstrich die Bedeutung der EU-Richtlinie zur grenzüberschreitenden Verfolgung von Verkehrsdelikten, die unter der ungarischen Ratspräsidentschaft vorbereitet worden war.
 
Zoltán Schváb, Staatsekretär im ungarischen Entwicklungsministerium, hob die Schwerpunkte der Verkehrssicherheitsarbeit hervor. Die Anstrengungen zielten auf das Thematisieren gefährlichen Verhaltens im Straßenverkehr, damit verbundene Präventionsarbeit und verstärkte Kontrollen sowie eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur und die Überarbeitung des Verkehrsrechts ab. 

Quelle: European Transport Safety Council (ETSC)


 
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